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6.) Hochauflösung und Digitaltechnik (Analog-Digital-Schnittstelle)
Möchte man zusätzlich zur analogen Weiterverarbeitung (Anfertigen einer photochemischen Vergrößerung im herkömmlichen Fotolabor) die digitale Option nutzen, um bei der Bildbearbeitung alle Möglichkeiten der modernen Computertechnik zur Verfügung zu haben, sollte man immer dann Hochauflösungsfilm verwenden, wenn die geringe Filmempfindlichkeit dies zulässt. Aufgrund der sehr viel geringeren Schichtdicke und der monodispersen Kornverteilung lassen sich Hochauflösungsfilme weitaus problemloser einscannen als herkömmliche SW-Filme, deren Korn infolge der wesentlich dickeren Schicht und der anderen Kornverteilung das Scannerlicht streut und daher nur unter Qualitätsminderung eingescannt werden kann.
Hochauflösungsfilme hingegen lassen sich völlig problemlos ohne Qualitätsminderung (hier den Colorfilmen vergleichbar) einscannen. Da sie von Hause aus über eine sehr viel höhere Auflösung als normale SW-Filme, Colorfilme oder Digitalfotos verfügen, lassen sich so in
Abhängigkeit von der Scannerauflösung Bilddateien von exorbitant hoher Qualität anlegen, die nach der Bearbeitung in Relation zum Aufnahmeformat Großdrucke von bisher nicht bekannter Qualität ermöglichen.
Daher lässt sich für solche Zwecke die Hochauflösungsfotografie immer dann sinnvoll anwenden, wenn die geringe Aufnahmeempfindlichkeit dies zulässt und die ursprüngliche Farbinformation nicht benötigt wird. Auch für die (Bild) - Dokumentation wird dieses Verfahren wegen seiner hohen Auflösung, wegen seiner Speichersicherheit und Systemkompatibilität mit Sicherheit Anwendung finden.
7.) Kameras und optische Systeme für die Hochauflösung
Für Zwecke der Hochauflösung können nur absolut hochwertige Kameras und Objektive wie z. B. die Aufnahmesysteme von Zeiss eingesetzt werden. Da Hochauflösungsfilme, wie oben bereits dargelegt, über eine wesentlich höhere Auflösung verfügen als selbst hochwertige Aufnahmeobjektive, werden hier die Unterschiede deutlich sichtbar. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Verwendung abgestimmter Kamerasysteme, die durch ein Fokusbracketing auf Fokusdifferenzen überprüft wurden. Bei Spiegelreflexsystemen ist auf korrekte Spiegeljustierung zu achten. Es sollten nur absolut hochwertige Objektive verwendet werden, die zudem über eine hohe Lichtstärke verfügen.
8.) Aufnahmetechnik
Bei der Aufnahme ist zu beachten, dass Verwacklungen ausgeschlossen werden. Dies gilt zwar universell, ist aber bei der Hochauflösungsfotografie besonders wichtig, weil hier bereits geringste Verwacklungen die Auflösung merklich minimieren. Da die Filme über eine relativ geringe Empfindlichkeit verfügen, ist oft die Verwendung eines Stativs ratsam. Bei hellem Licht kann jedoch auch gut aus der Hand gearbeitet werden, wenn man möglichst kurze Verschlusszeiten bei relativ hohen Blendenöffnungen wählt.
Es sollte nur der mittlere Blendenbereich von ca. Blende 2,8/4 bis Blende 8 benutzt werden. Bei größeren Blenden erhält man zwar theoretisch eine höhere Auflösung, die jedoch durch die höheren Abbildungsfehler (z. B. sphärische Aberration) in diesem Bereich negativ überkompensiert wird. Kleinere Blenden als Blende 8 minimieren wegen der Beugung dann schon merklich die erzielbare Auflösung. Ist aus bildgestalterischen Gründen eine hohe Schärfentiefe erforderlich, sollte allerdings um mindestens eine Stufe weiter abgeblendet werden als gewohnt, da bei der Hochauflösungsfotografie andere Anforderungen an den Zerstreuungskreisdurchmesser gestellt werden. Allerdings ist bei der Verwendung kleiner Blenden die erzielbare Auflösung bereits merklich geringer.
9.) Entwicklung
Bei der Entwicklung sind die SPUR Datenblätter zu beachten! Für Anwender, die nicht selbst entwickeln, wird SPUR einen Hochauflösungsentwicklungsservice anbieten. Es ist im weiteren Ablauf geplant, für diesen Zweck ein gutes Labor zu gewinnen.
Anhang
1.) Auflösung:
Unter der Auflösung eines fotografischen Systems versteht man dessen Fähigkeit, bei einem bestimmten Kontrastverhältnis (Objektkontrast, Motivkontrast) eine bestimmte Anzahl von Linienpaaren noch als solche getrennt darzustellen bzw. „aufzulösen“.
Als Methode, die Auflösung eines solchen Systems zu messen, hat sich die so genannte Modulationsübertragungsfunktion (MTF) bewährt. Die MTF mißt den resultierenden Kontrast oder auch Kontrastverlust des Systems in Abhängigkeit von der Auflösung. Hierbei wird die Auflösung in Linienpaaren je mm (LP/mm) gemessen. Je höher die Auflösung (hohe Ortsfrequenzen), desto geringer wird der Kontrast, der irgendwann auf Null abfällt. Umgekehrt resultiert der höchste Kontrast bei der geringsten Auflösung (Ortsfrequenz).
Zur Veranschaulichung diene folgende Zeichnung, die die MTF zweier verschiedener Fotomaterialien beschreibt:
a = höher auflösendes Material / b = geringer auflösendes Material
Quelle: W. Krug u. H.-G. Weide
Wissenschaftliche Photographie in der
Anwendung
2. Auflage Leipzig 1976
Entscheidend bei der Beurteilung der Auflösung eines fotografischen Systems ist die Überlegung, dass ein solches System aus einer Reihe von Einzelkomponenten besteht, die jede einen Einfluss auf die erzielte und/oder erzielbare Auflösung ausübt. Hierbei begrenzt das schwächste Glied der Kette dieses sog. „fotografischen Übertragungskanals“ die erzielbare Auflösung.
2.) Nutzbare Auflösung
Beim Vergleich von Dokumentenfilmen mit konventionellen SW-Filmen muss grundsätzlich der Unterschied zwischen möglicher und nutzbarer Auflösung berücksichtigt werden. Die nutzbare Auflösung ist um so höher, je geringer der Abbildungsmaßstab bei der Aufnahme und je höher der Vergrößerungsmaßstab des Prints ist.
Ganz allgemein werden die Unterschiede in der Auflösung zweier Materialien um so besser wahrgenommen, je geringer der Abbildungsmaßstab bei der Aufnahme und je höher der Vergrößerungsmaßstab beim Print ist. Umgekehrt sagt der Schärfeeindruck bei hohem Abbildungsmaßstab und relativ geringem Vergrößerungsmaßstab noch nichts über die Auflösung eines Materials oder Verfahrens aus. Wird jedoch ein geringer Abbildungsmaßstab mit einem hohen Vergrößerungsmaßstab kombiniert, gibt es für einen Hochauflösungsfilm (richtige Entwicklung vorausgesetzt) keinerlei Konkurrenz.
Beim Vergleich fotografischer Vergrößerungen hinsichtlich der Auflösung des Aufnahmematerials spielt auch der gewählte Vergrößerungsmaßstab in Verbindung mit der Auflösung des Fotopapiers eine ganz entscheidende Rolle. Ein Unterschied in der Auflösung wird vom menschlichen Auge nur dann wahrgenommen, wenn der Vergrößerungsmaßstab so hoch ist, dass die Auflösung des Fotopapiers höher ist als die Auflösung des auf dem Grundbrett wiedergegebenen Bilddetails (je auflösender der Film, desto höher ist der hierfür notwendige „Grenzvergrößerungsmaßstab“)! Ist der Vergrößerungsmaßstab jedoch geringer, kann durchaus der Fall eintreten, dass ein geringer aufgelöstes Negativ als Print schärfer erscheint, da der Schärfeeindruck nicht allein aus der Auflösung resultiert, sondern zusätzlich aus Detailkontrast und Konturenschärfe, die sowohl emulsionstechnisch wie auch entwicklungskinetisch bedingt sind. | |