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View Full Version : Filme wässern nach der Ilford-Methode



cmo
11-19-2010, 09:22 AM
Wie man Filme archivsicher wässert, darüber gehen die Meinungen seit vielen Jahren auseinander. Ilford hat eine überraschend einfache und sparsame Methode entwickelt, mit der Filme perfekt ausgewässert werden.

Nur für den Fall, daß diese nicht allen bekannt ist, habe ich Ilfords Originaldokument dazu mal angehängt.

Das Wichtigste in Kürze:


Tank mit Wasser füllen, 5x kippen, ausgießen.
Tank mit Wasser füllen, 10x kippen, ausgießen.
Tank mit Wasser füllen, 20x kippen, ausgießen.

Das ist alles - man benutzt dafür idealerweise Wasser mit Zimmertemperatur (ich habe dafür ein paar Wasserkanister in der Dunkelkammer). Es wird empfohlen, zwischen den einzelnen Waschgängen das alte Wasser möglichst gut ablaufen zu lassen, um so wenig Fixierer wie möglich in den nächsten Waschgang zu verschleppen.

Die Vorteile:

- Anders als beim Wässern mit einem Schlauch hat das Waschwasser garantiert die richtige Temperatur, die Filme werden nicht durch Temperaturschwankungen gefährdet oder schlechter gewässert.

- Es geht sehr schnell.

- Man spart Unmengen an Wasser.

SwinginPhone
11-21-2010, 01:03 PM
Im HobbyPhotoForum (http://www.hobbyphoto-forum.de/t7388f2-SW-Filme-die-mit-Rollei-RHS-harmonieren-6.html) gibt es einen langen Thread zum Thema. Ich habe dann mal meine Wässerungsmethode mit dem KMnO4-Test geprüft und festgestellt, dass meine Methode (frisches Wasser, 10x Kippen, Spirale von Mittelsäule befreien und in eine frische Dose bringen, frisches Wasser 30sec rotieren, Wasserwechsel, 60sec rotieren, frisches Wasser 120sec rotieren) beim Plus-X reicht, aber auch keine Reserven beinhaltet.
In manchen Ilford-Anleitungen gibt es vor der Kipp-Zeremonie noch einen Schritt: "Spülen Sie die Dose mit Spirale und Film(en) nach dem Fixieren kurz mit Wasser derselben Temperatur wie die der Verarbeitungslösungen." (deutsches Datenblatt zu Delta 100/400, 2002). Dieser Schritt ist mbMn nicht zu unterschätzen.

Swingende Grüße

Henning

PS: Warum darf ich oben nicht mit abstimmen?

RalphLambrecht
11-21-2010, 03:31 PM
cmo

Man darf aber den Abschnitt (3) in dem Papier von Rolf Süssbrich nicht unterschätzen. Zwischen den Schritten sollte genügend Zeit vergehen damit ein Equilibrium zwischen Emulsion und Waschwasser entstanden ist. In der Regel werden zwischen 5-6 Minuten angegeben. Damit ist es eine wassersparende aber zeitlich nicht sehr attraktive Arbeitsweise. Beim Waschen mit langsam laufendem Wasser ist der Konzentrationsunterschied zwischen der Emulsion und dem Waschwasser immer am höchsten und damit ist diese Methode die wirksamste.

24x30
11-23-2010, 12:46 PM
Wer darf hier eigentlich voten? Ich jedenfalls nicht.

Gruß
rudi

Namir
11-23-2010, 01:21 PM
Beim Waschen mit langsam laufendem Wasser ist der Konzentrationsunterschied zwischen der Emulsion und dem Waschwasser immer am höchsten und damit ist diese Methode die wirksamste.

Vielleicht habe ich da ein Verständnisproblem (soll ja vorkommen...) aber: Warum soll der Konzentrationsunterschied zw. Emulsion und Waschwasser bei langsam laufendem Wasser immer am höchsten sein? Das Waschwasser wird ja immer nur weiter verdünnt (und verdünntes Wasser fließt ab). Somit ist die Emulsion immer im Kontakt mit einer relativ konstanten Konzentration im Waschwasser. Bei einem Wasserwechsel wird auf einen Schlag ein Konzentrationgefälle herbeigeführt. Mehr Konzentrationsgefälle ist nicht drin. Am effektivsten müßte es doch sein, wenn die Fließgeschwindigkeit des Wasser so hoch ist, dass das einem ständigem Wasserwechsel gleicht. (Also was ich meine: Mehrmals hintereinander Stoßlüften ist effektiver als ständig gekipptes Fenster. Das Fenster die ganze Zeit "richtig" geöffnet haben ist natürlich noch effektiver. Allerdings wirds dann auch richtig kalt in der Wohnung)
Wie auch immer:
Ich mache "es" auch nach der Ilford-Methode. Allerdings wechsle ich das Wasser nicht drei mal, sondern sechs bis sieben mal, und lasse die Dose ab dem dritten Mal nach dem Kippen einfach etwas stehen (zw. 30s u 2 Minuten); anschließend gibts noch ein Netzmittelbad (und dann noch ein Bad in demineralisiertem Wasser)
dauert insgesamt so seine Viertelstunde, kann während die Dose steht aber schon alles wieder aufräumen, das Netzmittelbad vorbereiten usw.

PS: Ich kann auch keine Stimme abgeben. Ist das auch nur für zahlende Gäste? (wäre ja sehr undemokratisch)

mono
11-23-2010, 02:16 PM
Hmmh, ich zahle und darf trotzdem nicht abstimmen?!
Ach ja, eigentlich verwende ich seit längerem "meine" modifizierte Ilford-Methode: 10x, 20x, 30, 40x, 50x.
Warum? Einfach so ;-)

Ole
11-23-2010, 02:23 PM
Abstimmungen sind im Moment leider ein wenig unzuverlässig. Sean ist sich dessen bewusst und arbeitet auf eine Verbesserung.

Ich auch verwende meine eigene modifizierte Ilford-methode - 1x, 5x, 10x, 20x, 30x, und endlich eine halbe Stunde stehenlassen..

RalphLambrecht
11-23-2010, 02:39 PM
Wer darf hier eigentlich voten? Ich jedenfalls nicht.

Gruß
rudi

Die Umfragefunktion haben seit der Software Umstellung nie gut funktioniert. Sean hat sie jetzt bis auf weiteres abgestellt. Keiner kann im Augenblick abstimmen.

RalphLambrecht
11-23-2010, 02:48 PM
... Warum soll der Konzentrationsunterschied zw. Emulsion und Waschwasser bei langsam laufendem Wasser immer am höchsten sein? ...

Weil bei konstanter Wasserbewegung und optimaler Flussgeschwindigkeit immer relativ frisches Wasser über die Emulsion strömt. Dadurch ist der Konzentrationsunterschied, und damit auch die Diffusion, immer auf einem höchstmöglichen Maximum. Schneller und gründlicher geht es nicht, wassersparender (aber leider auch arbeitsintensiver) geht es schon.

Was von beiden uns wichtiger ist wird unsere Entscheidung bestimmen.

Joerg Bergs
12-03-2010, 04:50 PM
Ich selbst nutze die 3x, 6x, 12x, 24x Wasserwechsel Methode. hier lasse ich das Wasser, gerade auch bei Flachkristallfilmen 30 Sekunden und etwas mehr in der Dose einfach stehen, bevor ich die Dose entleere und neu Fülle.

Das sollte bei den aktuellen Dünnschichtfilmen reichen...

Bernd Daub
02-12-2011, 01:27 AM
Ich nutze schon seit 2 Jahrzehnten die Ilfordmethode. Ein Vorteil der sich für mich zusätzlich ergab war: Kalkpartikel, die durch das fliesende Wasser direkt aus der Leitung lösten und am Film anhafteten waren nun keine Thema mehr. Ein paar Liter Wasser werden durch ein Wasserfilter filtriert und bereit gestellt. Dann wird die oben beschriebene Methode angewand. Die derart verarbeiteten Filme zeigen bis heute keinerlei Probleme. Wichtig finde ich noch, darauf zu achten, dass die Dose nach jedem Spülgang auch wirklich vollständig(!) geleert wird.

RalphLambrecht
02-12-2011, 04:42 AM
Ich müsste mal testen wie viel Wasser am Film 'kleben' bleibt, aber das spielt wohl kaum eine Rolle.

eselmarvin
03-01-2012, 02:20 PM
ich meine mal gelesen zu haben (weiß leider nicht mehr wo), daß die Heftigkeit der Kippbewegung auch eine Rolle spielt um den Fixierer vom Film zu lösen. Kann das jemand bestätigen?

S

skahde
03-03-2012, 05:22 AM
Franz Borgerding hat das mal nachgemessen und es scheint tatsächlich nur die Zeit und die Anzahl der Wechselintervalle eine Rolle zu spielen.