Switch to English Language Passer en langue française Omschakelen naar Nederlandse Taal Wechseln Sie zu deutschen Sprache Passa alla lingua italiana
Members: 69,883   Posts: 1,520,521   Online: 808
      
Page 1 of 4 1234 LastLast
Results 1 to 10 of 32
  1. #1
    swittmann's Avatar
    Join Date
    Jan 2010
    Location
    Germany
    Shooter
    Medium Format
    Posts
    152
    Images
    3

    Infrarotfilm - hätte da ein paar Fragen

    Hallo allerseits,

    einige von euch haben doch gewiss schon Erfahrungen mit Infrarotfilm gemacht... Ich würde es unheimlich gerne selbst mal ausprobieren - grad jetzt, wo mich der "Lith-Virus" erwischt hat - da ich mir vorstelle, dass das super zusammen passt.

    Nun habe ich widersprüchliche Aussagen darüber gehört und gelesen, ob man denn nun für die Entwicklung des Films einen Edelstahltank braucht oder nicht. Einige sagen, Plastikdose reicht, andere sagen nein
    Da mein Paterson-Tank total undicht ist, ist ohnehin ein neuer fällig. Soll ich da gleich einen aus Edelstahl nehmen? Welche sind denn da überhaupt zu empfehlen?

    Und dann zum Einlegen des Films in die Kamera und später zum Einspulen desselben in den Entwicklungstank: reicht da mein Wechselsack, oder soll ich hier besser jeweils in einen stockdusteren Raum gehen? Bliebe die Frage, wie ich "on location" den Film wechseln kann, sollte der Wechselsack nicht reichen.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich da beraten könntet. Ach ja, als Kameras würde ich wohl meine Pentacon Six und/oder meine Nikon F nehmen. Die haben keine Filmfenster, durch die irgendwelches Licht eindringen könnte und auch keine Infrarotsensoren, die die Filmperforation ablesen (wie meine F80)

    Viele Grüße
    Sandra

  2. #2
    Klaus_H's Avatar
    Join Date
    Apr 2006
    Location
    Lower Saxony, Germany
    Shooter
    Medium Format
    Posts
    21
    Hallo Sandra,

    die Paterson Tanks der Baureihe "Super 4" sind voll und ganz IR-geeignet. Selbst der "selige" Kodak HIE konnte in diesen Tanks entwickelt werden.
    Bezüglich der Frage des Filmeinlegens wird gerne etwas übertrieben. Den Kodak HIE konnte man nur in absoluter Dunkelheit in die Kamera einlegen. Die momentan verfügbaren Filme Ilford SFX, EFKE IR, Rollei IR, Superpan 200 etc. können bei Tageslicht, allerdings nicht im direkten Sonnenlicht in die Kamera eingelegt werden. Ein Platz im Schatten ist für den Filmwechsel ausreichend. Dies gilt für Kleinbild- und Rollfilme, wobei Rollfilme noch weniger Ansprüche stellen als Kleinbildfilme.
    Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, nutze den Schatten und den Wechselsack.

    Beste Grüße,

    Klaus

  3. #3

    Join Date
    Jan 2010
    Location
    Germany
    Shooter
    Med. Format RF
    Posts
    9

    Infrarot

    Hallo Sandra,

    die Infrarot-Fotografie ist wirklich eine spannende Sache, die zu ästhetisch schönen, aber technisch oft überraschenden Bildern führt.

    Zu Deinen Fragen: ich selber entwickle die Filme in Edelstahltanks von Kindermann. Von Kunststofftanks habe ich noch nichts Negatives gehört, außer daß einige Anwender diese in Aluminiumfolie wickeln (!!!???). Wechselsack ist beim Wechseln der Kleinbildfilme unbedingt erforderlich. Da mußt Du auf IR-Dichtigkeit achten. Fotoimpex schreibt z.B., daß ihr Paterson-Wechselsack nicht dafür geeignet ist. Bei Maco gibts einen dichten. Rollfilme sind nicht ganz so kritisch - ich habe sie noch nicht verwendet, würde aber auf alle Fälle den Film im Schatten wechseln und dann in einer schwarzen Kunststoffdose aufbewahren (gibts bei FotoImpex).
    Ich benutze den Efke IR 820, der mir aber von seinem Aufbau her mechanisch sehr empfindlich scheint. Kleine Kratzer u.ä. gibts da öfter. Seine Sensibilisierung geht weit in den IR-Bereich, wie beim alten Kodak Infrared, so daß man dichte Schwarzfilter einsetzen kann und einen schönen IR-Effekt bekommt.

    Da fällt mir ein, ich habe doch schon IR-Rollfilm verwendet: vor etlichen Jahren den Konica IR. Mit meiner RB gabs da keine Schwierigkeiten - er war aber auch nicht so stark IR-empfindlich.

    Hast Du Dich schon für Film und Filter entschieden???
    Eine gute Einführung ist das Buch von Rudolf Hillebrand: Infrarot. Fotografie auf anderer Wellenlänge. Die da verwendeten Filme gibts allerdings alle nicht mehr.

    Viel Spaß beim Experimentieren, Christoph

  4. #4
    cmo
    cmo is offline
    cmo's Avatar
    Join Date
    Aug 2006
    Shooter
    35mm RF
    Posts
    1,457
    Images
    57
    Plastiktanks funktionieren problemlos, auch ohne Strahlenschild gegen marsianische Laserkanonen :-)

    Beim Filmwechseln speziell bei Kleinbildpatronen bin ich aus Schaden allerdings klug geworden und mache das nur noch in äußerst düsteren Ecken. Einen Wechselsack habe ich ein paarmal ausprobiert, aber das war mir immer zu fummelig. Die Wechselzelte von Harrison sind da sehr viel komfortabler, teurer und sperriger... also, ich finde dann doch immer eine düstere Ecke.

    Das hier entstand übrigens auch auf dem Efke 820 in der "Aura"-Version mit dem preiswerten Cokin IR-Filter, 18 Minuten in XTol 1:1 entwickelt :

    The future belongs to the few of us still willing to get our hands smell like fixing bath.

  5. #5
    traveller's Avatar
    Join Date
    Feb 2006
    Location
    Southern Germany
    Shooter
    Multi Format
    Posts
    51
    Images
    11
    Dann schon mal viel Vergnügen, ich mache einiges an IR und lithe auch gern, das kann zusammen eine gute Kombination sein

    Entwickelt wird in Jobo und Paterson Kunststoffdosen und da gab es noch nie Probleme.

    Meine Erfahrung bei den Filmen beschränkt sich auf den Efke. Rollfilm wechsle ich im Körperschatten, KB bei starken Sonnenlicht unter der Jacke oder was man so dabei hat, wenn ich daran denke habe ich ein Stück Teichfolie in der Tasche. Als Filter einen mit 715 nm. Beim entwickeln aufpassen, der Efke ist in nassem Zustand kratzempfindlich

    Und zum Thema IR und Lith



    Grüße

  6. #6
    JohnArs's Avatar
    Join Date
    Sep 2002
    Location
    Switzerland
    Shooter
    Multi Format
    Posts
    1,068
    Images
    40
    Also beim Ilford SFX den ich fürs anfangen empfehlen kann muss man nicht mehr wie den Körperschatten nehmen, das hat bis jetzt immer gereicht bei mir. Da ich aber noch einiges an Kodak HIE eingefroren habe von der letzten Charge inklusive 4x5 inch, bei dem musste man wirklich sehr aufpassen.
    Da bin ich beim 35mm bevor ich noch ein Labor hatte, Nachts unter die Bettdecke gekrochen mindestens 2 Minuten vorher das Licht ausgeschaltet, eine Glühbirne kann noch ein weilchen Nachstrahlen und habe unter der Bettdecke den Film eingelegt.
    Wie die von Maco sind weiss ich leider nicht muss zuerst die Kodaks aufbrauchen!

    Viel Spass, Armin
    Good light and nice shadows!

    www.artfoto.ch

  7. #7
    cmo
    cmo is offline
    cmo's Avatar
    Join Date
    Aug 2006
    Shooter
    35mm RF
    Posts
    1,457
    Images
    57
    Quote Originally Posted by JohnArs View Post
    Also beim Ilford SFX den ich fürs anfangen empfehlen kann muss man nicht mehr wie den Körperschatten nehmen, das hat bis jetzt immer gereicht bei mir. Da ich aber noch einiges an Kodak HIE eingefroren habe von der letzten Charge inklusive 4x5 inch, bei dem musste man wirklich sehr aufpassen.
    Das hängt scheinbar davon ab, wie weit in den IR-Bereich die Empfindlichkeit reicht. Der Efke und der HIE sind sich da wohl ähnlich.

    Der SFX hat, wie alle Verkerkehrsüberwachungs-bzw.-Luftaufnahmefilme von Agfa und Kodak (und alle umetikettierten Derivate, die uns als "IR-Filme" verkauft werden) nur eine erweiterte Rotempfindlichkeit, die nur knapp in den IR-Bereich reicht, viel früher aber bereits stark abnimmt.

    Die Anzahl echter IR-Filme ist seit dem Ende des HIE minimal - der Efke-Film und Kodaks Aerochrome blieben übrig, und letzterer wird meines Wissens eingestellt (es gab ihn ohnehin nie in für uns Amateure praktischen Größen).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Infrarotfilm#Anbieter
    The future belongs to the few of us still willing to get our hands smell like fixing bath.

  8. #8
    swittmann's Avatar
    Join Date
    Jan 2010
    Location
    Germany
    Shooter
    Medium Format
    Posts
    152
    Images
    3
    Vielen Dank euch allen!

    Zum Wechselsack: den habe ich vor 10 Jahren bei fotoimpex gekauft, nehme also mal an, dass es ein Paterson ist. Ich gucke mal nach, ob irgendwo darin ein kleiner Zettel eingenäht ist.

    Hast Du Dich schon für Film und Filter entschieden???
    Nein, noch nicht. Ich habe das Cokin-P-Filtersystem; vielleicht sollte ich damit erstmal anfangen. Der IR-Effekt auf cmos Bild gefällt mir sehr! Den efke bekomme ich bei impex; ich wohne ganz in der Nähe von Berlin.

    Wie ist das denn, belichtet man diese Filme auf Nennempfindlichkeit? Die Belichtungszeit muss ich ja auch anpassen, je nach Filterfaktor.


    auch ohne Strahlenschild gegen marsianische Laserkanonen :-)
    *grins*

    Viele Grüße und danke!!!!
    Sandra

  9. #9
    Joerg Bergs's Avatar
    Join Date
    Mar 2007
    Location
    near cologne, germany
    Shooter
    35mm
    Posts
    130
    Images
    100
    Ich habe eine Menge ASP400 auf Rolle hier. Die Überwachungsfilme sind nicht sooo schlecht. Hier ein Beispiel mit Schwarzfilter (!):


  10. #10
    cmo
    cmo is offline
    cmo's Avatar
    Join Date
    Aug 2006
    Shooter
    35mm RF
    Posts
    1,457
    Images
    57
    Quote Originally Posted by swittmann View Post
    Ich habe das Cokin-P-Filtersystem; vielleicht sollte ich damit erstmal anfangen....

    Wie ist das denn, belichtet man diese Filme auf Nennempfindlichkeit? Die Belichtungszeit muss ich ja auch anpassen, je nach Filterfaktor.
    Die Cokin IRs sind auf jeden Fall okay und sehr preiswert, nimm aber unbedingt die Originale von einem seriösen Händler und nicht die "angeblichgenausogutenausChina", denn erstens sind es Plagiate, zweitens ist die Qualität fragwürdig - der feine Unterschied lautet ob sie "Cokin P" oder "für Cokin P" sind :rolleyes:

    Die "Nennempfindlichkeit" dieser Filme gilt nur ohne Filter. Wenn Du zum ersten mal durch einen IR-Filter mit bloßem Auge gesehen hast wirst Du feststellen, daß die Augen ein paar Minuten brauchen, um sich daran zu gewöhnen, dann kann man überhaupt schemenhaft etwas erkennen. Die Dinger sind fast so dicht wie Objektivdeckel. TTL-Messung mit aufgesetztem Filter haut in der Regel auch nicht hin, und der Sucher einer Spiegelreflex bleibt zappenduster. Der Vorteil der Cokins ist, daß man den Filter schnell mal rausziehen kann, um im Sucher was zu sehen, der Nachteil ist, daß man vergessen kann, den Filter wieder reinzuschieben

    Als Anhaltswert für die Belichtung mit IR-Filter geh' bei dem Film bitte von ISO 3-6 aus - ja, da steht wirklich "ISO drei bis sechs". Bei strahlendem Sonnenschein, also schönstem IR-Wetter, kann man mit viel Glück und einem lichtstarken Objektiv aus der Hand knipsen, etwa bei 2,8/60stel. Ich lande bei etwa 6 Iso, denn ich entwickle in XTol 1:2 verdünnt 18 Minuten lang, das ergäbe ohne Filter eine Nennempfindlichkeit von ISO 200, also um eine Blende gepusht. Bei den oben erwähnten Pseudo-IR-Filmen (ist etwas überspitzt formuliert), die eine Nennempfindlichkeit ohne Filter von ISO 400 haben, sieht es auch nicht besser aus, denn deren Empfindlichkeit für normales Licht ist höher, die IR-Empfindlichkeit ist dafür geringer, man kommt etwa auf ähnliche Zeiten sagen mir Leute, die solche Filme benutzen.

    Ein Stativ ist praktisch Pflicht mit IR-Filmen. Früher, als es den sehr IR-empfindlichen (sowie sehr teuren und körnigen) Kodak HIE noch gab, brauchte man nur ein dichtes Rotfilter und konnte locker Momentaufnahmen machen.

    Du solltest am Anfang immer eine kleine Belichtungsreihe und Notizen (!) machen, nach dem ersten Film bekommst Du schnell ein Gefühl dafür. Ich mache heute, nach etwa 20 Filmen, pro Motiv nur noch 1-2 Aufnahmen.

    Und dann gibt es da noch den "doppelten Schwarzschild-Effekt"...:

    1. Wenn Du bei stark bedecktem Himmel oder im tiefen Schatten fotografierst leg' auf den gemessenen Wert nochmal eine Blende drauf. Da, wo Du knipst, ist weniger IR-Licht als normal, es sei denn, Du stehst neben einem Kamin oder Hochofen.

    2. Wenn die Belichtungszeiten eine Sekunde oder länger betragen wird's brutal, dann mußt Du so korrigieren:

    - 1-4 Sekunden gemessen -> Zeit verdoppeln, also 2 bzw. 8 Sekunden

    - 8 Sekunden gemessen -> Zeit verdreifachen, also 24 Sekunden

    Länger habe ich selber damit noch nie belichtet. In einem alten Datenblatt steht:

    - 15 Sekunden gemessen -> 60 Sekunden belichten

    - 30 Sekunden gemessen -> 180 Sekunden belichten
    The future belongs to the few of us still willing to get our hands smell like fixing bath.

Page 1 of 4 1234 LastLast


 

APUG PARTNERS EQUALLY FUNDING OUR COMMUNITY:



Contact Us  |  Support Us!  |  Advertise  |  Site Terms  |  Archive  —   Search  |  Mobile Device Access  |  RSS  |  Facebook  |  Linkedin