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  1. #1

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    Barytpapier glätten

    Hallo,

    Hab mich durch alle Seiten des englischen Threads gelesen und checks irgendwie immer noch nicht... Mein Fachvokabular scheint nicht auszureichen :-)

    Vielleicht könnt Ihr mir hier helfen:

    Ich habe in meiner geschenkten Dunkelkammerausrüstung so ein textilbezogenes Metallgerüst mit Stecker. Ist meine Vermutung richtig, dass das die Vorrichtung zum trocknen ist?

    Vielleicht kann ja jemand so lieb sein und mir in einfachen Schritten erklären, wie ich damit mein Barypapier trocken und/oder flach bekomme?

    lg, und vielen Dank schon im Voraus,

    Christian

  2. #2
    Slixtiesix's Avatar
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    Hi Christian,

    deiner Beschreibung nach zu urteilen handelt es sich dabei wohl um eine Trockenpresse. Soweit ich mich erinnere gab es da zwei Möglichkeiten: Mit der Bildseite Richtung Tuch ergibt eine matte Oberfläche, mit der Bildseite auf eine Chromplatte (wenn dabei) aufgewalzt und diese auf die Presse gelegt ergibt eine glänzende Oberfläche (sofern das Papier dafür geeignet ist).
    Mit der Presse ordentliche Bilder hinzubekommen erfordert jedoch viel Erfahrung. Zunächst mal solltest du das Tuch mal richtig durchwaschen, denn häufig sind diese mit Fixierbadresten verseucht.
    Die Bilder sollten vor dem Trocknen von überschüssigem Wasser befreit werden, wichtig ist, dass die Presse nicht zu heiss ist und die Bilder nicht bis zum absoluten Austrocknen darauf bleiben, sonst wellen sie sich. Die Hochglanztrockung erfordert sehr viel Sorgfalt, wenn Luftbläschen beim Aufwalzen auf die Chromplatte zurückbleiben hat man später matte Stellen. Die Platte sollte außerdem völlig kratzerfrei sein, sonst hast du die Kratzer später als Abdrücke auf dem Abzug.
    Um Barytpapier ohne großen Stress glatt zu bekommen, klebe ich doppelseitiges Klebeband (Teppichverlegeband, nicht das normale dünne) entsprechend den Maßen des Papierformats auf eine große Glasscheibe (Holzplatte o.ä. geht auch) und klebe den Abzug dort auf, nachdem ich ihn etwa 2 Stunden an der Luft habe antrocknen lassen (sonst klebt er nicht). Am nächsten Tag kann man ihn dann vorsichtig abziehen.
    Es gibt auch Trockenbücher aus säurefreiem Löschpapier, damit könnte es noch einfacher gehen. Wenn ich mal Zeit dafür finde, werde ich diese Methode mal testen...

    Grüße, Benjamin

  3. #3
    cmo
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    Das dürfte eine Trockenpresse sein. Wenn das Tuch noch sauber und verwendbar ist kann man damit tatsächlich Barytpapier trocknen.

    Das wurde hier mal schön beschrieben:

    http://www.schwarzweiss-magazin.de/s...llstein_39.htm

    Wenn Du mit Barytpapier Hochglanz erzeugen willst kann ich Dir vorab sagen, daß es nicht einfach ist.
    The future belongs to the few of us still willing to get our hands smell like fixing bath.

  4. #4

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    hab da lange (!) herumprobiert (Nassklebeband und Klemmrahmen habe ich auch schon hinter mir... nachdem das mit der Presse erstmal überhaupt nicht hingehauen hat) und mache das jetzt so:
    1. Nicht zu lange wässern. Also mit wie bei Wollstein 2 Bad Fixage (mit neutralem fix oder anschließendem Soda-Bad), Wässern selbst (nach langem herumprobieren und basteln letztendlich) in einer Laborschale ca. 7-8 Mal Wasser wechseln, mit sich steigernden Zeiten von Bad zu Bad (wie "Ilford-Wässerung" beim Film), ab und an bewegen, Zeiten (immer so in etwa) 1-2-3-4-4-5-5 Minuten, also insgesamt nicht mehr als 30 min. Wasser von der Oberfläche abstreifen, kurz auf Küchenkrepp, dann auf die kalte Presse, einstecken, mit der Hand draufbleiben, bevor es unangenehm wird, wieder ausstecken, abkühlen lassen. Das ganze dann 1 bis 2 mal wiederholen. -> fertig! DAnn noch für ein paar Monate in einen dickes Buch dann sind die Dinger richtig schön plan.
    Zur Presse: Tuch hab' ich mal gewaschen, wenn die Presse nicht in Betrieb ist, habe ich das Tuch nicht gespannt.
    Hochglanz hab' ich nie probiert, nach dem was man so hört, sind die Papiere heutzutage dafür nicht mehr so gut geeignet wie früher.

  5. #5

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    Herrschaftn,

    vielen Dank für die Tips und Tricks! Klingt ja spannend!

    lg aus Wien,

    gurkenprinz

  6. #6

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    Auch ich habe x Möglichkeiten hinter mir, und seit Jahren bevorzuge ich die Naßklebstreifenmethode und Glasscheibe: nach 8 Stunden habe ich ein absolut glattes Blatt und den schönen Seidenglanz, wie er nun mal durch Lufttrocknung entsteht, kostenlos obendrein.

    Nee, tagelang zwischen Löschblättern u.ä. ist mir zu aufwendig und zeitraubend.

    VG

  7. #7

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    Dieter, welches Klebeband verwendest du denn da?

  8. #8

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    Quote Originally Posted by gurkenprinz View Post
    Dieter, welches Klebeband verwendest du denn da?
    Es heißt Naßklebeband* oder - Streifen und die gibt es im Künstlerbedarfsläden, sie sollten so 1,5 - 2 cm breit sein. Wahrscheinlich mußt Du im Netz gucken, die Läden legen sich solche " Exoten " nicht mehr hin. Sh. z.B. Boesner, Forstinning, da hol ich meine her....

    Papier von überschüssigem Wasser befreien, auf Platte/Scheibe legen, mit Walze gut andrücken und Wasserreste am Rand wegtupfen, Klebestreifen mit Küchenschwamm nur anfeuchten und ca. 5 mm auf dem Print und fixieren. Scheibe nicht aufstellen, da sich der Kleber verflüssigt und unter das Papier kriecht und dort alles festklebt - d.h. dann, ab in die Dusche.
    Es funktioniert garantiert bestens - nach 8 h ist der Print glatt wie eine Briefmarke. Mit Messer von der Scheibe schneiden.

    VG

    * es ist auf einer Seite gummiert wie Briefmarken

  9. #9

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    Hallo

    Ich habe mein Nassklebeband in der Papeterie gekauft. Und ja, die Methode mit der Glasscheibe funktioniert bestens und ist wahrscheinlich die einfachste Methode. Gute Erfahrungen habe ich auch mit aus MDF Platten gesägten Rahmen gemacht Die Aussparungen müssen etwa 2cm grösser sein als das verwendete Papierformat. In so einen Rahmen kann man das Barytpapier mit Nassklebeband kleben. Dann wird es auch absout plan.

    Gruss
    Thomas

  10. #10

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    Moin, vielleicht bin ich ja auch der einzige, der das "Problem" hat, aber soweit sich das verallgemeinern lässt, sollte man als Anfänger vielleicht folgenden Effekt kennen, damit man nicht überrascht ist:
    Ganz egal, nach welcher Methode man das Papier glatt kriegt, sobald das nicht mehr gespannt ist und die Luftfeuchtigkeit sich ändert, wölbt sich das Papier wieder. Meine Vermutung ist, dass das auch nie aufhört. Baryt bleibt nicht so plan liegen wie RC-Papier. Wenn man genau drüber nachdenkt hat das auch eine gewisse Logik, weil das ja ein Verbund aus zwei Schichten ist, die beide Feuchtigkeit aufnehmen und sich dabei unterschiedlich dehnen. Bei RC-Papier nimmt zwar auch die Gelatine Feuchtigkeit auf, aber nicht die Unterlage. Die RC-Abzüge, die in meiner Duka im Keller an der Pinnwand hängen, wölben sich im Sommer bei hoher Luftfeuchtigkeit auch, aber nicht so stark. Bei Baryt kann das ganz schön heftig sein und sehr schnell gehen. Wenn man das nicht erwartet, kann man das am Anfang nach den Glättungsbemühungen zunächst sehr enttäuschend sein.

    Baryt-Abzüge werden zur Präsentation meistens auf Museumskarton aufgezogen. Archivare mögen das aus verschiedenen Gründen nicht so. Wenn man also die Vermutung hat, die Abzüge könnten irgendwann mal einen Kurator interessieren, sollte man bei seinen Abzügen einen super heftigen Rand einplanen, weil nach meiner Vermutung nur dann gewährleistet ist, dass der Abzug bei T-Hängung hinter seinem Passepartout hinreichend plan gehalten wird.

    Gruß

    Ulrich

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