Die Sache mit der Abschottung einer Sprache, wie sie in Frankreich gehandhabt wird, ist so eine Sache.

Dort hat jeder ausländische Anbieter von Produkten ein ernsthaftes Problem, wenn er zum Beispiel auf die Packung eines Computers nicht das Wort "Ordinateur" schreibt, denn in Frankreich wird ordiniert und nicht computert, der Anteil der französischsprachigen Lieder aller Radiosendungen ist auf mindestens 40 % festgelegt. Es drohen empfindliche Geldstrafen.

Eine Sprache abzuschotten ist keine gute Idee.

Der nachfolgende Vergleich mag manchem weit hergeholt erscheinen, ist er aber nur auf den ersten Blick: von der "Rassenlehre", die ihre Ursprünge in früheren Jahrhunderten in Spanien und Frankreich hatte, hat sich die Wissenschaft erst ca. 1970 endgültig verabschiedet. Inzwischen fand man nämlich heraus, daß es innerhalb einer Population mehr Unterschiede zwischen den Menschen gibt als zwischen den Angehörigen verschiedener Hautfarben und äußerst unterschiedlicher Herkunft.

Die wesentliche Aussage der alten Lehre war: da gibt es große Unterschiede zwischen den Menschen und ihren Kulturen, manche sind besser, und es ist wichtig, das "Reine" des Guten herauszuschälen und sich gegen fremde Einflüsse abzuschotten.

Mittlerweile weiß man, daß genau das falsch ist. Bei jeder Lebensform hat eine Population mit großen Unterschieden, also einem großen "Genpool", sehr viel bessere Chancen zu überleben und sich anzupassen als kleine, abgeschottete Gruppen: Vielfalt führt zur Weiterentwicklung, Vereinheitlichung bremst sie. Es ist schon verrückt, daß alte Ideologien, die die "Reinhaltung" von Rasse, Sprache etc. predigten, offenbar auf einer falschen wissenschaftlichen Lehre basierten.

So gesehen kann man die überholten alten Lehren lächelnd in die Tonne treten. Der alte Gedankenmüll hat schon viel zu viel Unglück über die Menschheit gebracht und die Entwicklung unserer Zivilisation behindert.