Hallo Henning,
Ich beschränkte mich bei dieser Aussage alleine auf die Abzüge von Hochauflösungsnegativen. Die Körnigkeit von TMX & Co. kann ich mit dem Entwickler ein wenig steuern. Moerschs neuer efd ist so scharf, dass das Korn zu sehen ist, auch beim Rollfilm. Wer Korn mag und dieses zu gestalterischen Zwecken einsetzt ist mit den klassischen Emulsionen und beispielsweise efd oder Rodinal sehr gut bedient.
Du wirst sicherlich Recht haben das Aufnahmen vom Film als natürlicher empfunden werden. In der fotografischen Welt in der ich mich abseits der Foren- und Liebhaberei bewege sind technische Diskussionen nur im sehr geringen Maß anzutreffen. Die meisten Gesprächsthemen bilden sich um generelle Bildinhalte und/oder Bildgestaltungen. Auf die verwendete Technik werde ich nur selten angesprochen.
Vollkommen in Ordnung. Ich gehöre eher zu den konserativen Fotografen. Ich verwende meine persönlichen Standards und verwende diese nach Eintesten eine lange Zeit. Ich kenne somit mein Material und konzentriere mich auf die reine Fotografie. Möchte ich Tonwerte gestalterisch "verbiegen" benutze ich gezielt Filter. Das reicht für meine Anwedungen aus.
Das sich mit Hochauflösungsfilmen die Qualität bis zum Limit des verwendeten Objektivs steigern lässt, schrieb ich zu beginn meines ersten postings hier. Da ich im Bereich der Menschenfotografie beheimatet bin, benötige ich oft mind. 100 ASA und arbeite eher weniger mit einem Stativ. Die geringe Filmempfindlichkeit ist eine Tatsache, die ich auf meine Arbeitsweise hin nicht so einfach kompensieren kann und möchte.
In der Vergangenheit machte ich viele Ausflüge zu anderen Herstellern und kam immer wieder zurück zu meinen Arbeitspferden. Warum? Weil ich selbst lernen musste das es keine Wunderchemie, Superfilme oder dergleichen gibt. Mit dieser Erfahrung und das Wissen um die von mir eingesetzten Materialen ist es mir möglich, das technische Denken auf ein Minimum zu reduzieren.
Auch dieser Punkt muss jeder individuell betrachten. Nehmen wir beispielsweise ein bekanntes Spur Paket, Spur DSX 64 ASA Kit: 32/64 Film 2x 135/36 + Modular UR Entwickler. Das kostet bei Impex 23,79€. Da sind genau zwei Filme enthalten. Rein rechnerisch ergibt das ein Paketpreis von 0,33€ pro Negativ (ohne Berechnung von Fix/Wasser/Arbeit).
Eine Tüte XTOL kostet ebenda 8,57€. Ein Tmax100 3,69€. Nehmen wir zwei TMäxe und wir haben einen Gesamtpreis von 15,95€. XTOL wird auf 5 Liter angesetzt. Bei einer 1+1 Entwicklung habe ich 10 Liter zur Entwicklung zur Verfügung. Entwickel ich zwei TMäxe in einer 500er Jobo Dose komme ich auf einen Entwicklungspreis von 0,42€ beider Filme (nur unter Verwendung des Entwicklers, ohne Fix/Wasser, rein, um den Vergleich zum Spur-Paket zu zeigen). Insgesamt kosten mich zwei Tmäxe in XTOL also 7,80€, das sind 0,10€ pro Negativ. Ich zahle für zwei Kleinbildfilme in Hochauflösung einen Aufpreis von über 15€ gegenüber zwei Standardfilmen die in genauer Menge vergleichsweise entwickelt werden. Dafür müsste ich Motive haben, die dem Einsatzzweck entsprechen, ich also später große Abzüge davon machen möchte.
Auch wenn ich 3 Rollfilme mit meinem Standardentwickler entwickel und diese gegenrechne zum gerade aufgezeigtem Spur-Paket, bin ich immer noch mit meinen bekannten Standardmaterialien kostengünstiger. Ich erziele ganz klar keine Hochauflösung, aber eine Qualität, die für meine Belange mehr als ausreichend ist.
In der Modelfotografie kann ich beispielsweise nicht nur eine Aufnahme einer Pose machen. Hier spielt der menschliche Faktor eine Rolle; sprich das Model kann mit den Augen zwinkern oder die Wimper heben oder oder oder. Hier kommen Faktoren zum Einsatz, die mir eine Anwendung von Hochauflösungsfilmen zu teuer machen.
Ich denke die Domäne dieser Filme liegt eindeutig in der Landschaftsfotografie, da könnte deine Berechnung auch greifen.
Solange wir aber diese Diksusion über die Film- und Entwicklerwahl führen können, geht es uns noch sehr gut
Das ist ein generelles Problem dieses Trägers was leider beim Scannen zu Problemen führt. Wolfgang Mothes erwähnte dies beispielsweise in einem seiner neuen exelenten Beiträge im Schwarzweiss-Magain (Magazin, nicht Web).
Ich sehe nicht die Technik an sich, sondern eher sein Fachwissen, seine Erfahrung und letztendlich sein Handwerk als die große Kunst an. Erfahrung und Wissen lassen sich durch Technik nicht kompensieren. Wer nicht fotografieren kann, wer kein Auge für ein Motiv hat, geschweige denn überhaupt die Grundzüge versteht, hat ohnehin ein Problem im Bereich der Fotografie.
Technisch alles korrekt. Allerdings, sofern keine künstlerischen Abbildungen verlangt sind, sind hohe Kontraste mit allen anderen Filmen in einer angepassten N-x Entwicklung zu bändigen. In der Fine-Art Fotografie sind Hohe Kontraste, sofern es geht, ohnehin zu vermeiden.
Seien wir froh, dass die Auswahl an Filmen im s/w Sektor so groß ist wie lange nicht mehr. Jeder Einzelne muss sich Gedanken um seine verwendeten Materialien machen, was auch ökonomisch eine Rolle spielt.
Bei einem nächsten Apug Treffen bin ich gerne bereit unterschiedlichste Prints mitzubringen. Ohnehin zeigten viele User beim letzten mal verdammt schöne Bilder. Auch hier tauchten Fragen bezüglich der Technik nur selten auf.


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