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Hallo,

ein Thema, welches mich schon länger umtreibt ist das Thema Lichterkontrast im Abzug.
Konkret hatte ich in letzter Zeit häufiger Motive (helle Steine, weiße Blüten) bei denen ich mir im Abzug in den hellsten Stellen mehr Kontrast für bessere Differenzierung gewünscht hätte. Der Kontrast ist einen direkte Folge des jeweiligen Dichteverlaufs dieses spezifischen Papieres; Kentmere VC select z.B. hat da mehr Lichterkontrast als Agfa MCP (bei gleichem Globalkontrast).

Ein kurzer Versuch mit leichtem Überbelichten und Bleichen brachte keine Verbesserung.

Da mich dieses Thema letztes Mal mitten im Erstellen eines Portfolios erwischt hat, ist Papierwechsel nicht immer eine Lösung.

Daher meine Frage:
Bei gegebenen Negativ und Papier, welche Möglichkeiten habe ich, den Lichterkontrast zu erhöhen?
Entwicklerwahl, Verdünnung, Bewegung, Bleichen?

Vorbelichten sollte meiner Meinung nach den Kontrast senken; an Kurvenverbiegung durch Splitgrade glaube ich erst, wenn ich handfeste Beweise dafür gesehen habe.

Hat jemand konkrete Erfahrungen und / oder Tips?

Ach ja: hier: http://www.apug.org/forums/forum41/7...-contrast.html läuft gerade einen ähnliche Diskussion suf englisch.
Andreas

Ich nehme mal an, Du kennst Dich mit Gradationskurven aus. Sie Dir im Anhang das Beispiel einer Filmkurve an. Je steiler die Tangente an der Kurve liegt, desto mehr Kontrast hat die Kurve. Wie Du siehst, haben die Lichter und Schatten immer weitaus weniger als die Mitteltöne.

Desto weniger Du belichtest, desto weiter rutschen alle Tonwerte nach links auf der Kurve nach unten. Das heisst, ein unterbelichteter Film hat mehr Kontrast in den Lichtern als ein normal oder überbelichteter Film. Das kann aber nicht die Lösung sein.

Nun sieh Dir den zweiten Anhang an. Oen ist ein Film ohne deutliche Schulter. Ein solcher Film wird einen höheren Kontrast in den Lichtern haben als ein Film mit deutlicher Schulter, wie der unten. Allerdings verschieben sich dadurch auch die Tonwerte der Mitteltöne wie Du an den Bildbeispielen sehen kannst.

Ich empfehle eine Film/Entwickler Kombination die die Schulterwirkung minimiert und anschliessend eine Papierbehandlung (zum Beispiel bleichen) um die Tonwerte weiter zu optimieren.